Quo Vadis Deutsche KI: Wie Maschinen effizient Sprache lernen

Wie lernen Maschinen eigentlich Sprache – und braucht es wirklich Milliarden an Daten und enorme Rechenzentren, um leistungsfähige KI zu entwickeln? Mit genau diesen Fragen beschäftigte sich unsere Veranstaltung „Quo Vadis Deutsche KI: Wie Maschinen effizient Sprache lernen“ am 11.Mai.2026 im Emil-Fischer-Hörsaal der Humboldt-Universität zu Berlin.

Als Gast begrüßten wir Alan Akbik, Professor für Maschinelles Lernen, der uns eine verständliche Einführung in die Funktionsweise großer Sprachmodelle (Large Language Models) gab und zeigte, wie stark KI bereits heute unseren Alltag prägt – etwa in der Forschung, der Bildung, beim Programmieren oder in automatisierten Übersetzungssystemen.

Im Zentrum des Vortrags stand die Frage, warum moderne KI-Systeme so ressourcenintensiv sind. Große Sprachmodelle werden mit Billionen von Tokens trainiert und benötigen enorme Rechenleistung, hohe finanzielle Mittel und viel Energie. Dadurch können bislang vor allem große Technologieunternehmen aus den USA und China solche Systeme entwickeln. Neben den ökonomischen Aspekten wurden auch der CO₂-Fußabdruck, Fragen des Urheberrechts sowie die Qualität der Trainingsdaten kritisch diskutiert

Gleichzeitig zeigte Prof. Akbik, dass es auch anders geht. Mit dem an der Humboldt-Universität zu Berlin entwickelten Sprachmodell „BOLDT“ wurde ein Ansatz vorgestellt, der mit deutlich weniger Modellparametern und gezielt ausgewählten Trainingsdaten auskommt. Während internationale Modelle häufig in die Milliarden-Parameter-Klasse gehen, zeigt BOLDT: kleiner kann durchaus clever sein und trotzdem erstaunlich leistungsfähig. In einer Live-Demonstration konnten wir das Ganze selbst ausprobieren und eigene Prompts testen. Dabei reichte die Bandbreite von Rezeptideen für spanische Tortilla bis hin zu kreativen Fragen rund um die HUG. „BOLDT“ hat sich dabei durchaus als überraschend gesprächig erwiesen.

Im anschließenden Q&A ging es dann um die großen Fragen: Ersetzt KI bald Arbeitsplätze? Kommt die Super-KI? Und hat Deutschland im globalen KI-Rennen überhaupt noch eine realistische Chance? Bei Häppchen und Getränken klang der Abend abschließend in persönlichen Gesprächen und weiterem Austausch aus.