
Moderne Grabungsmethoden, ein vertieftes Verständnis archäologischer Feldarbeit und neue Einblicke in die Geschichte des antiken Griechenlands: Das SIRIS-Projekt unter der Leitung von Dr. Annarita Doronzio ist außerordentlich erfolgreich gestartet. Die erste Grabungskampagne im Juli/August 2025 wurde unter anderem durch die Förderung der Humboldt-Gesellschaft ermöglicht und ist eine Kooperation der Humboldt-Universität zu Berlin mit dem italienischen Kulturministerium.
Sechzehn Nachwuchswissenschaftler:innen untersuchten die Frühphase der griechischen Siedlung Siris-Herakleia nahe der heutigen Stadt Policoro. Dabei konnten spektakuläre Funde geborgen werden, darunter ein Depot mit Opfergaben für die griechische Göttin Demeter. Neben 16 nahezu vollständig erhaltenen Gefäßen legte das Team auch eine Terrakottastatuette in außergewöhnlich gutem Erhaltungszustand frei.
Neben der Erforschung der antiken Siedlung lag ein besonderer Schwerpunkt auf dem wissenschaftlichen Austausch mit erfahrenen italienischen Kolleg:innen. Gemeinsam wurden mithilfe innovativer Methoden die Topographie des Grabungsgeländes erfasst, archäologische Stratigraphien dokumentiert und digitale 3D-Modelle erstellt.
Der Erfolg der Grabung fand ein großes Medienecho: Mehrfach berichteten Fernsehsender sowie die lokale und deutsche Presse über die Arbeiten des deutschen Forschungsteams. Damit bildet die erste Grabungskampagne einen gelungenen Auftakt, an den das Projekt nun anknüpfen möchte. Das auf drei Jahre angelegte Siris-Projekt wird im März 2026 mit einer zweiten Grabungskampagne fortgesetzt und soll künftig noch mehr Studierende für die Klassische Archäologie begeistern.

Die Grabungskampagne 2025 war die erste Feldsaison unseres Projekts und stellte uns vor besondere organisatorische und finanzielle Herausforderungen. Die Unterstützung der HUG hat uns dabei entscheidend geholfen, flexibel zu reagieren und erfolgreich zu arbeiten.
Zum Beispiel ist in dem von mir betreuten Grabungsareal „Spring Sanctuary East“ erhöhtes Grundwasser aufgetreten. Dank der Fördermittel konnten wir eine Pumpe anschaffen und so die antiken Schichten trockenlegen um sie fachgerecht sowie wissenschaftlich präzise zu ergraben. Die Förderung war also für den Erfolg der Arbeiten unverzichtbar.
Ernst Tolksdorff, MA-Student, Schnittleiter des Grabungsareals „Spring Sanctuary East (SSE)“


