
Von April bis Juni 2026 wurde von Dr. Marcel Humar (FU Berlin) und Anne Zarmsdorf (HU Berlin) eine empirische Untersuchung zu Lehrbuchaufgaben im Latein- und Griechischunterricht durchgeführt. Ziel der Studie war es, zu ermitteln, ob Lernende durch spielerische Aufgaben, Rätselformate oder auch Aufgaben, die in einen erzählerischen Rahmen eingebunden sind, z.B. durch Bilder, in ihrem Lernen behindert werden. Ein Erkenntnisinteresse war, ob die Schüler*innen durch diese Formate mehr Arbeitszeit benötigen, als wenn sie eine optisch reduzierte, fachlich gleich komplexe Aufgabe lösen. Darüber hinaus wurde untersucht, ob die Schüler*innen diese Aufgabenformate als motivierend wahrnehmen. Zu diesem Zweck wurden sie nach ihrem Spaß- und Frustempfinden während der Bearbeitung befragt.
Im Untersuchungszeitraum nahmen 507 Schüler*innen aus sieben Berliner Gymnasien an der Studie teil. Sie bearbeiteten jeweils vier Aufgaben, die in einem Testset zusammengestellt waren. Auf diese Weise konnten insgesamt 32 Latein- und sieben Griechischaufgaben aus fünf Latein- und zwei Griechischlehrwerken untersucht werden.
Die Ergebnisse zeigen, dass die Schüler*innen für die Bearbeitung der Originalaufgaben im Durchschnitt mehr Zeit benötigten als für die optisch reduzierten Vergleichsaufgaben. Gleichzeitig erwiesen sich das Spaß- und Frustempfinden als deutlich von der jeweiligen Aufgabenstellung und dem gewählten Aufgabenformat abhängig.

„Nur dank der HUG konnten wir die Studie in dieser Art und Weise durchführen. Die Förderung hat uns ermöglicht, einen Werksstudenten einzustellen, der im Projekt bei der Datenerhebung in den Schulen sowie der digitalen Datenerfassung unterstützt hat. Eine empirische Studie in diesem Umfang wäre sonst nicht möglich gewesen. Gerade in unserem Fachbereich ist eine Studie in diesem Umfang bisher nahezu singulär. Unsere Hoffnung ist, dass wir mit den gewonnenen Ergebnissen die Gestaltung von Unterrichts- und Lernprozessen sowie Materialien für Altgriechisch und Latein verbessern können. Auch konnten wir mit den Mitteln der HUG erste Ergebnisse auf einer Konferenz vorstellen und vertiefende Lektüre anschaffen. So wurde uns die Wissenschaftskommunikation erleichtert und die Theoriebildung innerhalb der Studie fundiert.“
Anne Zarmsdorf, Antragstellerin und Projektleiterin


