Gender Studies meets Human Animal Studies

Ringvorlesung der Gender Studies und der Kulturwissenschaft

Im Sommersemester 2019 förderte die Humboldt-Universitäts-Gesellschaft die interdisziplinäre und intersektionale Ringvorlesung Gender Studies meets Human-Animal Studies an der Humboldt-Universität zu Berlin. Die Veranstalterinnen Helen Keller und Carolin Eirich aus den Fachgebieten der Gender Studies und Kulturwissenschaften, wollten zeigen „wie die beiden Felder, deren Erforschung und Etablierung [ihnen] seit Jahren am Herzen liegt, sich gegenseitig befruchten.“

Im Zuge der Vorlesungsreihe luden sie 12 Forscher*innen aus den Gebieten der Biologie, Philosophie, Kultur- und Sozialwissenschaften ein, die ein breites Spektrum der wissenschaftlichen Arbeit abdeckten und trotz ihrer Unterschiede eines teilen: Alle beschäftigen sich innerhalb ihres Gebietes mit Geschlechterfragen in Verbindung mit dem Mensch-Tier Verhältnis.

So thematisierte die Vorlesung „Queere Tiere im Zoo“ beispielsweise Sexualität und Animalität, die Heterosexualisierung eines homosexuellen Pinguin-Paares und den Zoo als Ort kolonialer Gewalt. Die Vorlesung „Tiere Menschen Rechtssubjekte“ befasste sich mit der kulturellen ‚Variabilität des Rechtssubjekt-Konzepts und Tierprozessen in Antike und Mittelalter, in denen Tieren der Status eines Rechtssubjekts zugeschrieben wurde. Die Vorlesung zum Thema „Frauen, Animalität und das Abjekte“ analysierte aus einer psychoanalytischen und poststrukturalistischen Perspektive den Film „The Woman“, in dem eine „wilde“ Frau von einem Familienvater eingefangen, im Keller gehalten und dort „zivilisiert“ wird.

Ein Großteil der Vorlesungen sind auf YouTube zu finden – die Playlist ist hier verlinkt. Die beiden Organisatorinnen wollten neben einem wissenschaftlichen Austausch innerhalb ihrer Fachgebiete vor allem auf den Erkenntnisgewinn der Human-Animal Studies aufmerksam machen. Mit ihrer Ringvorlesung ist ihnen dies gelungen, denn neben Studierenden der Humboldt-Universität lockte die Veranstaltung auch Aktivist*innen und Studierende anderer Universitäten an.