„Therapie im Kontext“

Studierende der Psychologie und Gender Studies organisierten ein Online-Symposium über soziale Ungleichheit und psychische Gesundheit

Im November 2020 organisierten fünf Student*innen der Psychologie und Gender Studies (Annika Just, Anita Neumann, Svenja Hackethal, Hanne Oeltjen und Fanny Müller) das erste digitale Symposium der HUG. Ziel war es Raum zu schaffen, um individuelle Erfahrungen und soziale Bedingungen als unmittelbar miteinander verwoben zu betrachten, psychische Gesundheit im Kontext gesellschaftlicher Machtverhältnisse zu diskutieren und Studierende miteinander zu vernetzen.

Zehn Referent*innen gaben in Vorträgen oder moderierten Gesprächen Einblicke in rassismuskritische, (queer)feministische und (selbst)reflexive Perspektiven auf psychische Gesundheit, Psychotherapie und Psychologie. Die Veranstaltungen wurden live übertragen, über die Plattform Slido konnten Fragen an die Referent*innen eingereicht werden und so bis zu 800 Teilnehmer*innen an den jeweiligen Diskussionen teilnehmen.

Das Symposium endete mit einem digitalen studentischen Workshop-Tag mit 89 Teilnehmenden. In insgesamt 11 Beiträgen stellten Studierende in Kleingruppen ihre Abschlussarbeiten vor und boten Workshops an. Im Plenum wurde sich über die Vorträge der ersten Wochentage ausgetauscht, Wissen geteilt und weitere Vernetzungsmöglichkeiten über das Symposium hinaus geplant.

„Planung, Organisation und Durchführung unseres studentisch organisierten Symposiums „Therapie im Kontext – Psychische Gesundheit und Soziale Ungleichheiten“ waren geprägt von einer Vielzahl an Visionen, unzähligen Zoom-Gesprächen, langen Mailverläufen und einer Menge Technik-Recherche. Am Ende bleibt das aufregende und zufriedene Gefühl, mit dem Symposium endlich eine Möglichkeit geschaffen zu haben, Psychologie und Psychotherapie aus einer kritischen Perspektive zu betrachten – und damit unsere Kritik am Studium produktiv genutzt zu haben. Die HUG hat uns dabei finanziell unterstützt.“

– Svenja Hackethal, i.A. des Orga-Teams

Das große Interesse (über die drei Vortragstage insgesamt ca. 3.000 Zuschauer*innen) und die Auswertung der Evaluation machen deutlich, dass die angesprochenen Themen vielen Psychologie- Studierenden im Curriculum fehlen (80%) und gesellschaftliche Verhältnisse in der Psychologie einbezogen werden müssen. Das Projektteam hofft auf viele Synergien, die sich aus dem Symposium ergeben, um ähnliche Veranstaltungen in Zukunft wieder zu ermöglichen.

Weitere Informationen über das Projekt sowie die Vortragsinhalte finden Sie hier.